
Was lieben Touristen an der Pfalz – und was stört die Einheimischen? Eine Studie mit über 1.000 Befragten liefert spannende Antworten über Image und…
Die Pfalz zieht jedes Jahr tausende Menschen an – und das aus gutem Grund. Als beliebteste Tourismusregion in Rheinland-Pfalz steigen die Gästezahlen weiter, und die Sommerferien bringen wieder einen neuen Besucherstrom in den Pfälzerwald, entlang der Weinstraße und zu den zahlreichen Weinfesten der Region. Doch wie nehmen Besucherinnen und Besucher die Pfalz eigentlich wahr? Und was denken die Menschen, die hier wohnen und jeden Tag durch diese wunderschöne Region durch den Tag kommen?1
Genau diesen Fragen hat sich Elisabeth Lehr aus Wachenheim an der Weinstraße wissenschaftlich gewidmet. In ihrer Masterarbeit hat sie mehr als 1.000 Menschen befragt – Touristinnen und Touristen genauso wie Pfälzerinnen und Pfälzer, die hier zuhause sind. Die Ergebnisse sind aufschlussreich – und dürften so manchen überraschen.1
Die vielleicht wichtigste Erkenntnis aus Lehrs Arbeit: Beide Gruppen blicken sehr positiv auf die Pfalz. Landschaft, Natur, Kulinarik und die Menschen vor Ort werden von Gästen wie Einheimischen als echte Stärken der Region genannt. Besonders bemerkenswert: Das Image, das Touristinnen und Touristen von der Pfalz haben, deckt sich weitgehend mit dem Bild der Einheimischen. Das bedeutet, die Region vermittelt nach außen, was sie wirklich ist – kein aufgesetztes Marketingbild, keine falschen Versprechen.1
Und die Zahlen sprechen für sich: Die Bereitschaft der Befragten, die Pfalz weiterzuempfehlen, lag bei fast 6,5 von 7 möglichen Punkten. Das ist ein richtig starker Wert – und ein Zeichen dafür, dass die Pfalz mit einem selbstbewussten Auftreten nach außen gut beraten ist.1
Was zieht Besucherinnen und Besucher besonders in die Pfalz? Laut Lehrs Studie sind es vor allem drei Dinge:1
Touristen kommen in die Pfalz, um Erholung, kulinarische Erlebnisse und Atmosphäre zu finden – und genau das bekommen sie. Weil sie nur kurz hier sind, haben sie keinen Blick auf die Alltagsrealitäten der Region. Das ändert sich bei den Einheimischen.1
Einheimische schauen durch eine Alltagslinse – und die fällt erwartungsgemäß kritischer aus. Je stärker man mit einer Region in Berührung kommt, desto differenzierter wird das Bild. Das gilt generell für die Tourismusforschung, und es hat sich in Lehrs Arbeit über die Pfalz klar bestätigt.1
Die konkreten Kritikpunkte der Pfälzerinnen und Pfälzer:1
Das sind strukturelle Schwächen, die Touristinnen und Touristen schlicht nicht auffallen – weil sie mit dem Auto anreisen und nur kurz bleiben.1
Aber ganz ohne Kritik kommen auch Besucherinnen und Besucher nicht aus. Neben dem ÖPNV nennen sie vor allem:1
Was Lehr aus ihrer Arbeit besonders mitnimmt: Emotionen spielen für das Image einer Region eine entscheidende Rolle. Und genau da hat die Pfalz ein riesiges Potenzial. Einheimische sind oft der erste Kontaktpunkt für Gäste – und ihr Stolz auf die Region überträgt sich.1
Der Pfälzerwald, die Hüttenkultur, die Weinfeste – das ist kein Marketing, das ist gelebte Realität. Wenn die Pfalz diesen Stolz gezielt in ihre Kommunikation einbindet und Pfälzerinnen und Pfälzer selbst zu Botschafterinnen und Botschaftern macht, kann das das Image nach außen noch weiter stärken. Die Wacher Macher! – das wären dann die Menschen, die hier leben und ihrer Heimat ein Gesicht geben.1
Die Studie von Elisabeth Lehr zeichnet ein erfreuliches Bild: Die Pfalz ist authentisch, herzlich und beliebt – und das bei Gästen wie Einheimischen gleichermaßen. Die Schwächen sind bekannt, und vor allem: Sie sind lösbar. Wer die Pfalz kennt, empfiehlt sie weiter. Und wer sie noch nicht kennt? Der sollte spätestens in diesem Sommer vorbeikommen. Willkommen zuhause!1






Wir schätzen Ihren Beitrag! Wenn Sie Fragen haben, uns Feedback geben oder einfach nur Hallo sagen möchten, steht Ihnen unser Team gerne zur Verfügung. Bitte zögern Sie nicht, uns über das unten angegebenen Kontaktformular zu kontaktieren.
Dein Beitrag für Radio Frankfurt
Kommentar verfassen
Teilen Sie uns Ihr Anliegen mit. Wir prüfen Ihren Beitrag und veröffentlichen ihn nach Freigabe.