
ÖPNV und Pflege in der Südpfalz: Pflegeschulleitungen und Verwaltungsspitzen starten gemeinsamen Dialog für bessere Busverbindungen für Azubis.
Frühschicht um 6 Uhr, aber der erste Bus kommt erst um halb sieben? Für viele Auszubildende in der Pflege ist das leider kein Einzelfall, sondern harter Alltag. In der Südpfalz haben jetzt Pflegeschulleitungen und südpfälzische Verwaltungsspitzen gemeinsam den Dialog gesucht – und sind damit einen wichtigen Schritt gegangen, damit der Weg zur Arbeit künftig verlässlicher klappt. Wir haben die wichtigsten Infos für dich zusammengefasst.1
Der Anstoß kam direkt aus den Pflegeschulen: Monika Vogler (Schulleitung Nardini Pflegeschule), Dr. Marvin Milius (Schulleitung Pflegeschule Klinikum Landau-SÜW) und Sebastian Löhlein (Leiter Bildungszentrum Pfalzklinikum) wandten sich in einem gemeinsamen Schreiben an die Verwaltungsspitzen der Region.1 Ihr Anliegen war klar und dringend: Mehr als 260 Auszubildende lernen derzeit an ihren Einrichtungen. Die Standorte der theoretischen Ausbildung verteilen sich auf Landau, Klingenmünster sowie Gleiszellen-Gleishorbach, während die Praxiseinsätze in der gesamten Südpfalz stattfinden.1
Das Problem: Viele dieser Azubis sind auf den öffentlichen Nahverkehr angewiesen. Doch gerade in den frühen Morgenstunden, wenn der Schichtdienst beginnt, gibt es schlicht keine oder nicht ausreichend Busverbindungen. Die Folge: Azubis kommen zu spät, Dienste müssen umgeplant werden – und die Belastung wächst. „Dies belastet sowohl die Auszubildenden selbst als auch die Einsatzgebiete und gefährdet langfristig die Attraktivität der Pflegeausbildung“, so die Schulleitungen in ihrem Schreiben.1
Der Dialog ist gestartet. Im Kreishaus Südliche Weinstraße in Landau haben sich die Pflegeschulleitungen mit hochrangigen Vertreterinnen und Vertretern der südpfälzischen Verwaltungen getroffen: SÜW-Landrat Dietmar Seefeldt, Landrat Martin Brandl (Landkreis Germersheim), Landaus Oberbürgermeister Dominik Geißler und Bürgermeisterin Kathrin Flory (Verbandsgemeinde Bad Bergzabern) nahmen an dem Austausch teil.1
Alle Beteiligten betonten, dass sie das Anliegen sehr gerne aufgreifen und notwendige Verbesserungen prüfen und umsetzen wollen. Landkreise und kreisfreie Städte sind jeweils auf ihrem Gebiet für die ÖPNV-Planung zuständig – das macht die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Verwaltungen umso wichtiger.1
Damit aus dem guten Willen auch konkrete Verbesserungen werden, braucht es zunächst belastbare Daten. Die Pflegeschulleitungen werden anonymisierte Informationen zusammentragen – also zum Beispiel, woher die Azubis kommen, welche Dienstorte sie zu welchen Zeiten erreichen müssen und vieles mehr. Diese Daten werden den Verwaltungen anonymisiert zur Verfügung gestellt.1
Die zuständigen ÖPNV-Referenten – Benjamin Klar für den Landkreis SÜW und Stefan Grewenig für die Stadt Landau – wollen die Bedarfe dann analysieren und in das bestehende Netz aus Buslinien, Ruf-Taxis und On-Demand-Verkehren übersetzen beziehungsweise die vorhandenen Angebote gezielt erweitern.1
Besonders schön: Die Verwaltungen denken dabei nicht nur an die Azubis. „Außerdem wollen wir das Thema nicht nur für Azubis prüfen, sondern gerne für alle Mitarbeitenden der südpfälzischen Kliniken, um den ÖPNV im besten Fall für möglichst viele noch attraktiver zu machen“, halten Seefeldt, Brandl und Geißler gemeinsam fest.1
Dass solche Initiativen wirken können, zeigt die Vergangenheit. In Landau wurde etwa die Gewerbelinie 534 eingeführt, die von circa 5 bis 23 Uhr fährt und damit alle Schichtzeiten abdeckt. Sie verbindet unter anderem Horstring, Bornheim, Mörlheim sowie die Erweiterungsabschnitte D9 und D10 im Gewerbegebiet – und ist für Azubis laut Pressemitteilung von großer Relevanz.1
Ein weiteres Beispiel: An der Winzergenossenschaft Deutsches Weintor bei Ilbesheim wurde vor einigen Jahren wegen des Bedarfs unter dortigen Azubis eine Bushaltestelle neu geschaffen. Diese wird heute nicht nur von Azubis, sondern auch von Einheimischen und Gästen genutzt, die zur Genossenschaft oder Vinothek wollen – ein echtes Win-win für die ganze Region.1
Es geht hier um mehr als nur um Fahrpläne. Alle Beteiligten waren sich einig: Die pflegerische Versorgung zu sichern ist eine der zentralen gesellschaftlichen Herausforderungen der kommenden Jahre. Wer in der Pflege arbeitet oder lernt, leistet täglich enorm viel – der Weg zur Arbeit sollte dabei nicht zur zusätzlichen Belastung werden.1
Verlässliche Mobilitätsangebote für Pflegekräfte und Auszubildende können ein wichtiger Baustein sein, um die Pflegeausbildung attraktiv zu halten und die Versorgung in der Region langfristig zu sichern. Wir von Antenne Landau bleiben für dich dran und halten dich auf dem Laufenden, wie sich die Lage in der Südpfalz entwickelt. Bleib dabei – wir sind dein Draht zu uns und zur Region!1






Wir schätzen Ihren Beitrag! Wenn Sie Fragen haben, uns Feedback geben oder einfach nur Hallo sagen möchten, steht Ihnen unser Team gerne zur Verfügung. Bitte zögern Sie nicht, uns über das unten angegebenen Kontaktformular zu kontaktieren.
Dein Beitrag für Radio Frankfurt
Kommentar verfassen
Teilen Sie uns Ihr Anliegen mit. Wir prüfen Ihren Beitrag und veröffentlichen ihn nach Freigabe.